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Hermann Diamanski (1910–1976): Überleben in der Katastrophe

Heiko Haumann
Hermann Diamanski (1910–1976): Überleben in der Katastrophe
Eine deutsche Geschichte zwischen Auschwitz und Staatssicherheitsdienst



2011, 443 S.
56 s/w-Abb.
23 x 15.5 cm
Gb.


Preis: € 45.00 [D]  |   € 47.00 [A]


978-3-412-20787-8
Lieferbar

 

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Hermann Diamanskis Leben von 1910 bis 1976 spiegelt deutsche Geschichte im ­20. Jahrhundert. Keine "große Persönlichkeit", sondern ein "einfacher Mann" steht im Mittelpunkt des Buches. Diamanski, Seemann und Kommunist, ­betätigte sich illegal gegen den Nationalsozialismus und kämpfte im Spanischen ­Bürgerkrieg. Im "Zigeuner­lager" von Auschwitz war er Lagerältester, im Januar 1945 musste er am Todesmarsch nach ­Buchenwald teilnehmen. Nach dem Krieg machte er Karriere in Ostdeutschland, kam jedoch bald in Konflikt mit dem dortigen Apparat und geriet in die Mühlen des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Er flüchtete nach Westdeutschland und arbeitete kurzzeitig für den US-Geheimdienst. Im Auschwitz-Prozess sagte er als Zeuge aus, auf eine Entschädigung als Verfolgter des Nazi-­Regimes musste er lange warten.
Die Biographie gewährt Einblicke in Brennpunkte der ­Geschichte und in die Verflochtenheit von privatem Leben und weltpolitischen Geschehnissen und vollzieht nach, wie Erinnerung konstruiert wird, welche Auswirkungen traumatische Erfahrungen auf die Erinnerungen haben, in welchem Spannungsverhältnis individuelles und kollektives Gedächtnis stehen und warum auch Erinnerungslücken sprechend sein können.