Der Laienspiegel von Ulrich Tengler, der von seinem Herausgeber, dem berühmten Humanistenjuristen Sebastian Brant, mit der Entdeckung neuer Kontinente verglichen wurde, ist heute in der Geschichte der Rezeption des gelehrten Rechts von zentraler Bedeutung. In dem Werk aus dem Jahre 1509 lässt sich, wie diese Untersuchung zeigt, das Eindringen des gelehrten Rechts in den deutschen Strafprozess anschaulich nachvollziehen. Am Beispiel des Inquisitionsprozesses erklärt die Studie die Wege der Rezeption und zeigt die rechtspolitischen Motive auf, die hinter dieser Entwicklung gestanden haben. Der Vergleich mit dem ebenfalls von Sebastian Brant herausgegebenen "Klagspiegel" und den Schriften der italienischen Juristen liefert darüber hinaus wichtige Erkenntnisse zur Geschichte des Inquisitionsprozesses und seiner Stellung im deutschen Recht. |