Wie wurde das Wissen der Genetik und Hormonforschung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von sozialen und symbolischen Geschlechterordnungen mitbestimmt? Welche Geschlechterordnung wurde im wissenschaftlichen Arbeiten realisiert? Diese Fragen führen in eine aufregende Geschichte der biologischen Wissenschaften in Deutschland, in denen Frauen entscheidend mitwirkten. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Arbeitszusammenhänge von Theodor und Marcella Boveri, Richard Goldschmidt sowie Adolf und Erika Butenandt. Wie Geschlechterdifferenz vererbt und im Organismus ausgebildet wird, war hier nicht nur ein anhand von Chromosomen, Genen und Hormonen verhandeltes naturwissenschaftliches Problem, sondern auch auf das Engste mit den politischen Debatten um die soziale Ordnung der Gesellschaft verwoben. Dr. Helga Satzinger Helga Satzinger ist Reader in the History of 20th Century Biomedicine am WTC History of Medicine at UCL, London. Pressespiegel[Eine] überaus lesenswerte, anekdoten- und materialreiche Studie [...]. (Berichte zur Wissenschaftsgeschichte) Differenz und Vererbung ist uneingeschränkt zu empfehlen. Insbesondere die Aufdeckung der Verwobenheit und gegenseitigen Beeinflussung von sozialen Geschlechterordnungen und wissenschaftlicher Erforschung von Geschlechterdifferenzen/-gleichheiten, die detaillierte Extraktion unterschiedlicher genetischer und hormoneller Geschlechtertheorien sowie die Einordnung der Forschenden in den politischen Kontext setzt Standards für sich anschließende Forschungsvorhaben nicht nur der Geschlechterforschung. (Querelles-Net) |