Spekulation ist kein Kind der Gegenwart. Camillo Castiglioni wurde in der Inflation der 1920er Jahre zu einem der reichsten Männer Europas. Ehrgeizig, genial und skrupellos, ein „Haifisch“ der Finanzwelt mit der Überzeugung, dass alles zu kaufen war: Industrie, Banken, Politik, Presse, Justiz, Kunst, Frauen, alles nur eine Frage des Preises. Er baute die Flugzeug- und Autoindustrie während des Krieges auf, beherrschte eine Bank, spielte in der Eisen- und Stahlindustrie eine wesentliche Rolle, arbeitete mit Ferdinand Porsche zusammen und wurde Eigentümer von BMW. Doch der Spekulant ist ein Spieler! Sein Einsatz wurde immer höher, bis er finanziell zusammenbrach. Der Sohn eines Rabbiners, bewundert wie gehasst, war eine schillernde Persönlichkeit: verheiratet mit einer jungen Burgschauspielerin, Inhaber eines Palais und einer Kunstsammlung, Mäzen, Freund Max Reinhardts, Mitbegründer der Salzburger Festspiele und Eigentümer des Theaters in der Josefstadt. a.o. Univ.-Prof. DDr. Dieter StiefelDieter Stiefel studierte Wirtschaftswissenschaften und Geschichte. Seit 1973 Universitätslehrer an der Wirtschaftsuniversität, ab 1993 Universitätsprofessor am Institut für Wirtschaftsgeschichte und am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Wien. Forschungsaufenthalte in Cambridge, Harvard und Berkeley, Leiter der Schumpeter Gesellschaft. Autor zahlreicher Bücher zur Wirtschafts- und Zeit- und Unternehmensgeschichte, journalistische Tätigkeit, Drehbücher zu Fernsehfilmen des ORF. > Publikationen bei Böhlau anzeigen PressespiegelEs ist ein saftiges, aber auch ein beunruhigendes Stück Wirtschaftsgeschichte, das Dieter Stiefel da mit seiner Castiglioni-Biographie kredenzt. Der wissenschaftliche Aplomb des Autors und ein fachunspezifischer Sinn für gschmackige Anekdoten machen den Band zu einer lohnenden und über weite Strecken auch amüsanten Lektüre. (ORF Radio - Ö1 / Kontext) [W]as der Wirtschaftshistoriker Dieter Stiefel nun an [...] Fakten zusammengetragen hat, ist phantastisch [...]. (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Der Wirtschaftshistoriker Dieter Stiefel hat dieser vielfältigen und kaum zu durchschauenden Persönlichkeit nun eine detaillierte Biografie gewidmet, die einen tiefen Einblick in die Zwischenkriegszeit gewährt. Trotz eingehender Recherchen bleibt das Phänomen Camillo Castiglioni unbegreiflich. So etwas hat es davor und danach nie mehr gegeben. (Die Presse) |