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Es geschah in Wien

Es geschah in Wien
Erinnerungen von Elsa Björkman-Goldschmidt
Aus dem Schwedischen übersetzt von Renate Schreiber. Mit einem Geleitwort von Margit Fischer.


Herausgegeben von: Renate Schreiber


2007, 419 S.
36 s/w-Abb.
23.5 x 15.5 cm
Gb.


Preis: € 15.00 [D]  |   € 15.40 [A] (Unverbindliche Preisempfehlung) € 0.00 [D]  |   € 15.00 [A]


978-3-205-77631-4
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Die Erinnerungen von Elsa Björkman-Goldschmidt bieten einen sehr persönlichen und atmosphärisch dichten Blick auf nahezu fünfzig Jahre österreichische Geschichte. Nicht die hohe Politik steht dabei im Vordergrund, sondern die Wünsche, Hoffnungen und Leiden der einzelnen Menschen.
Knapp nach dem Ersten Weltkrieg trifft die Schwedin Elsa Björkman in Wien ein. Über vier Jahre lang leitet sie die Versorgung der darbenden Wiener Bevölkerung mit Medikamenten, Kleidung und Nahrung.
Für diese Aufgabe der schwedischen Hilfsorganisation "Rädda Barnen" (Rettet das Kind) hatte sie zuvor in Russland Erfahrung gesammelt. Während des Ersten Weltkriegs hatte sie dort und in Sibirien deutsche und österreichische Kriegsgefangene betreut. Hier hatte sie auch Waldemar Goldschmidt kennengelernt, einen österreichischen Arzt mit jüdischen Wurzeln, den sie 1921 in Wien heiratet.
Nach dem offiziellen Ende der Hilfsaktion arbeitet sie in Wien für verschiedene schwedische Zeitungen als Auslandsjournalistin und schärft dadurch den Blick für ihre Umgebung. Nach dem Anschluss an Hitlerdeutschland verlässt sie im Mai 1938 gemeinsam mit ihrem jüdischen Mann Österreich und kehrt nach Schweden zurück. Bald beginnt sie, ihr erstes Buch über ihre Erinnerungen an die Zwischenkriegszeit in Österreich zu schreiben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird sie in den Wintermonaten für neuerliche schwedische Hilfsmaßnahmen für die notleidende Wiener Bevölkerung nach Wien entsandt. Als im Herbst 1956 ungarische Flüchtlinge nach Österreich strömen, findet sich Elsa Björkman-Goldschmidt wieder unter den Helfern.
Elsa Björkman-Goldschmidt ist eine Frau mit sozialem Herzen, klugem Verstand und klarer Beobachtungsgabe. Durch ihre Arbeit für die schwedische Hilfsaktion und später als Auslandsjournalistin sowie durch den Bekanntenkreis ihres Mannes lernt sie die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten kennen. Ihre Schilderungen "von außen" sind einerseits durch ihre tiefe Zuneigung zu Land und Leuten geprägt, andererseits hindert sie dies nicht, mit feinem Humor und Ironie die vorhandenen Schwächen und Missstände aufzuzeigen. Ihre Themen umfassen sowohl Wiener Alltags- und Gesellschaftsleben, als auch Politik und Kultur. Sie lernt zahlreiche, berühmte Künstler und Politiker persönlich kennen, über die sie bisher Unbekanntes zu berichten weiß. Darunter finden sich Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Franz Werfel oder auch Karl Seitz, Julius Tandler, Bruno Kreisky und noch viele mehr.