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Band 67

Peter Broucek
Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau
Band 1: K. u. K. Generalstabsoffizier und Historiker



1980, 565 S.
1 s/w-Abb.
24 x 17 cm
Br.


Preis: € 78.30


978-3-205-08740-3
Lieferbar

 

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Wenn ein Österreicher in einflussreicher staatlicher Stellung die Jahre 1915 bis 1944 überdauert und zeitweise sogar ein Ministeramt eingenommen hat, wird man die Tatsache einer solchen Laufbahn mit einem gewissen Erstaunen oder Befremden zur Kenntnis nehmen. Hat eine solche Persönlichkeit auch noch Erinnerungen geschrieben, die sie außerdem zu veröffentlichen beabsichtigte, so könnte man leicht den Verdacht von "Dichtung und Wahrheit" hegen. Dies umso mehr, als es sich beim Autor um einen Mann handelt, dessen Bedeutung ebenso umstritten ist wie seine Haltung in manchen Situationen. Es liegen bis jetzt nur wenige publizierte Erinnerungen von Politikern, Diplomaten, Literaten oder Offizieren vor, die näher auf die Person Edmund Glaises von Horstenau und seine Tätigkeit eingehen. Dies ist angesichts seiner vielfältigen Arbeitsgebiete als Generalstabsoffizier und Historiker, Politiker, und Militärdiplomat ebenso wenig verwunderlich wie in Hinblick auf sein Schwanken zwischen dem Dienst am österreichischen Staat und dem Bekenntnis zur deutschen Nation als der von ihm erwünschten politischen Einheit. Hinneigung zum monarchistischen System und Katholizismus sowie weitgehende Einfügung und den Nationalsozialismus lassen sein Bild noch mehr schwanken.
Seit 1915 als Generalstabsoffizier im AOK tätig, hatte Glaise Gelegenheit, die letzten Bemühungen um die Erhaltung der Monarchie und ihren Zusammenbruch aus nächster Näher mitzuerleben. Politisch war er damals eine Art militärhistorischer Fachmann der Strömungen des sogenannten "restaurativen Katholizismus", nur nominell Angehöriger der Christlichsozialen Partei. Vom wehmütigen Monarchismus, einer starken gefühlsmäßigen Anteilnahme am Kampf der Südtiroler gegen die Italianisierung, einer romantischen Reichsideologie und einem Glauben an unverrückbare Determinanten einer Geopolitik führte ihn der Weg zum "betont Nationalen" der dreißiger Jahre.